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Erinnerungen, Szenen, was das Leben halt so mit sich bringt.

Gesellschaftsutopie von 199617.5.2010
und noch heute aktuell. Seinerzeit hab ich bei einem Wettbewerb sogar einen Preis gewonnen. Geändert hat sich nichts..


Zum Problem Staedte sind pleite


- sie sind es tatsaechlich. Mir ist Einiges eingefallen. Ob das Geld
spart, weiss ich nicht. Müßte ein Fachmann durchrechnen, aber ich
lege auch die Prioritäten woandershin.

Das will ich erreichen:

1) Keiner soll hungern und frieren
2) Keiner. der das nicht will. soll sich ueberfluessig fuehlen.
3) Langftristig soll das Anspruchs- Versorgungs- und Konsumdenken
durch Gemeinschaftsgefuehl abgeloest werden. Grosse Worte, ich weiss.
Man kann das nicht befehlen, hoechstens wachsen lassen.
Die Situation ist doch heute:
- immer mehr Menschen werden aus der Arbeitswelt gedraenot und
empfinden das als Katastrophe, ,megr als die Einschraenkungen im
Konsumbereich erwarten lassen.
- es gilt das Recht des Stärkeren, der Konkurrenzkampf jeder gegen jeden.
- unsere sebstgewählten Führer demonstrieren die Arroganz der Macht.

Daraus folgt:

- viele Menschen fuehlen sich bedroht
- Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger haben zuviel Zeit, aber keine Aufgabe und keine Perspektive
- Daraus folgen Süchte, Aggression, Kriminalität, Depression.
- Man sieht im Mitmenschen Gegner, aber nicht Sozialpartner, die helfen oder denen man helfen könnte. Das ist nicht artgerecht.

Artgerecht waere, dass Menschen in ueberschaubaren Gruppen von
vielleicht 150 Personen leben, mit denen sie
durch ein vielfaeltiges Beziehungsgeflecht verbunden sind.
Das will ich foerdern.

Folgende Massnahemen schweben mir vor:
- Umstellung der Versorgung von Sozialhilfeempfaengern von Geld auf
Sachleistungen.
- Ueberschaubare Strukturen schaffen.

- - Essen verteilen. Verschiedene Gerichte, aber GUTES Essen. Und
soviel man essen kann. Duerfte in Unmengen gekocht nicht viel teurer
sein als der Sozialhilfesatz. Hat den Vorteil, dass die Mittel
tatsaechlich fuer Essen verwandt werden und die Leute sich gesund
ernaehren. Der Effekt, dass die Leute sich Schnaps kaufen statt Essen
wird dadurch vemieden. Die entsprechenden Vorurteile ebenso.
Vorteil: Spart Krankheitskosten. Lasst die Verteilstationen bis
abends auf. Zu Hause ist es kalt und einsam. Setzt einen staedt.
Angestellten dahin, der Fragen beantworten und  ggfs. sofort
Entscheidungen faellen kann: Vorteil: Heizkostenersparnis.
Beobachten des Verhaltens kann Straftaten/Auffaelligkeiten im
Vorfeld unterbinden. Direkter menschlicher Kontakt.
- -  Verteilen von gebrauchter Kleidung statt Geld fuer neue Kleidung.
Effekte: Die Leute, die die Kleidung spenden, sehen wieder einen Sinn
darin, die Armen frieren nicht und die Stadt spart das Geld fuer
zweimal im Jahr die suendhaft teure Neukleidung, die man sich selbst
als Verdiener kaum leisten kann.

- Weiterer Vorteil des Verfahrens: Die Annen kommen an die
Oeffentlichkeit. Draengende Probleme werden augenfaellig.
- gebt denen, die nichts zu tun haben, eine Aufgabe. Nicht soviel,
dass sie die vorhandenen Arbeitnehmer verdraengen, aber die Staedte
koennen die Arbeitnehmer ja doch bald nicht mehr bezahlen, also was
soll's. Gebt ihnen ein bisschen Geld dafuer, ich denke so an 2-5
DM/Stunde und NEHMT ES IHNEN NICHt DURCH IRGENDWELCHE
UNDURCHSCHAUBAREN JURISTISCHEN WINKELZUeGE GLEICH WIEDER WEG.

Davon sollen sie sich ruhig kaufen koennen, was sie wollen. Begrenzt die
Stunden. Nicht mehr als vielleicht 2 pro Tag und Person.
Lasst sie was Sinnvolles und Nachvollziehbares tun.

Zum Beispiel:
- Armen, die nicht zum Essen kommen koennen. das Essen bringen. Hilft
zur Kommunikation und man merkt, wenn arme Alte verkommen. Es muss ja
nicht sein, dass Leichen erst nach 4 Wochen gefunden werden.

- Die Stadt sauber halten. Jeder nur ein bisschen. aber es gibt ja
Arme genug. Und seht Euch die Staedte jetzt an, besonders hier im
Ruhrgebiet. Ueberall Dreck.

- Sitzengelassene Maedchen, die mit Kind nicht arbeiten wollen,
koennen auf ein zweites Kind auch noch aufpasssen. Machen die meist
gerne. wegen Brutpflegetrieb. Kassiert das Geld von den
Auftraggebern, ihr macht noch ein Geschaft damit.

- Gebt den Armen Freitickets fuer den OePNV. Sie sollen doch auch
woanders fuer die Stadt arbeiten koennen, die Busse sind eh
ausserhalb der Stosszeiten ziemlich leer und fahren sowieso.

- Zahlt den Armen fuer ihre Arbeiten Versichenmgsbeitraege. Ihr
muesst sie doch hinterher unterhalten und die Krankenkasse bezahlen
und wenn sie alt werden den Unterhalt, also was soll's. Vielleicht
bekommen sie ja hinterher Rente, da spart Ihr noch. Und vielleicht
auch Arbeitslosengeld, wenn sie irgendwann nicht mehr koennenaenn.

Das Ganze mag sich radikal anhoeren, ist es vielleicht auch, ob es in
den Ideenwettbewerb passt, ueberlasse ich Euch. Da mir die jetzigen
Zustaende und das ewige unterschwellige Sozialmissbrauchs- und "die
wollen doch bloss nicht arbeiten"- Gehetze der Maechtigen erzeugt in
mir schon lange einen gewaltigen Hass, so dass ich mir das mal von
der Seele schreiben musste.


Das von mir oben skizzierte System steht und faellt mit den
Mitabeitern in den Essensverteil- und Service-Zentren. Da muss
gepowert werden, DA muessen geschulte und wesensfeste Mitarbeiter hin.

Noch eine Idee am Rande: Schilder mit Zone 30 sind billiger als
Strassenreparaturen. Konsequent kaputte Strassenzuege zu Zone 30
umdefinieren. Auf die groessten Loecher kann man Blumenkuebel .
stellen. Schild dran, die Anwohner sollen sichs selber um die
Bepflanzung kuemmern und abwarten. Auf keinen Fall doch noch selber
etwas einpflanzen. Nur Sanierung der Durchgangsstraßen.

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Alles wissen14.10.2009
Manche glauben von mir ich wüßte alles.

Stimmt gar nicht.

Manche glauben sie wüßten alles.

Stimmt erst recht nicht.

Früher konnte ich manche ältere Leute fragen, ihre Lebenserfahrung half mir oft.

Heute bin ich selber alt, verglichen mit meinem Umfeld.

Heute fragt man mich.

Aber wen frage ich?


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Der Zweithund oder in Deinem Alter sollte man sich nicht mehr so belasten13.7.2009
März 2008
Ich wollte einen Kumpel über Tag für meine Hündin, und auch für mich.
Aus einer Tierschutzmail erfuhr ich von Ben, Hovawart, 2 Jahre.
Rotzig pubertär, stark wie ein Pferd, nicht leinenführig aber verstand sich mit meiner Hündin.
Katzen sollte er auch kennen.
Ja, aber er jagt sie. Auch in der Wohnung.
Ignoriert mich. Ich kann machen was ich will, er ignoriert mich.


In einem Forum schrieb ich auf die Frage: Wieviel Hunde würdet Ihr Euch zutrauen?

21.7.2008
ich stoße mit 2 gerade an meine physischen und psychischen Grenzen.

Das Problem ist, daß Hund 1 immer gerade Mist macht, wenn ich den Mist von Hund 2 beschimpfe. Und umgekehrt.

Dazu kommen noch 2 Katzen. Das verkompliziert das Ganze nochmal.
Es wird besser, definitiv, aber ich bin erschöpft und habe kaum noch was zum "Nachlegen"


Ein Jahr später:
Rücken kaputt, Knie kaputt, Ellbogen kaputt und Nerven kaputt.
So kann's nicht weitergehen.

Im selben Forum schrieb ich




3.6.2009

Und nun ist es passiert.
Ich bin fertig.
Übermorgen verläßt er mich.

Wenn ich bedenke, daß ich schon vor knapp einem Jahr schrieb, ich wäre erschöpft, erstaunt es mich, daß ich so lange durchgehalten habe. Gut,ein paar Ärzte haben mich so lange über Waser gehalten, Knochen- und Nerventechnisch, aber noch 10 Jahre halte ich das nicht durch.

Ich habe auch viel erreicht. Er ist ein angenehmer Hausgenosse geworden, nur spazieren gehen sollte man mit ihm nicht. Oder nur, wenn man immer nen Betonpfahl zum Bremsen dabei hat. Und ich bin nicht gerade zierlich gebaut. Auch mit Katzen, Mülleimer, Essen auf dem Tisch, Kopfkissen fressen, und was da alle 30 Sekunden an neuem Mist war, hat sich fast gegeben.

Und ich habe GANZ gewaltig die Dynamik zwischen 2 Hunden unterschätzt.Sie hat nen Schutztrieb und er hat nen Jagdtrieb und unbändige Neugier.Beide sind sie stark (er extrem) und was abgeht, wenn sie nen Feind entdeckt, muß man erlebt haben.

Könnte ich mit den Kräften von vor 15 Monaten hier nochmal einsetzen,vielleicht würde es. Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Aber ich habe sie nicht mehr.

Und seit die Entscheidung gefallen ist, daß er gehen muß, ist er besonders angenehm. Fast schmusig. Herzzerreißend, im wahrsten Sinne des Wortes.

Nicht wieder umwerfen, Du schaffst das nicht - sagt mein Verstand
Du hast versagt!! - sagt mein Herz
Ich habe viel erreicht - sagt mein Verstand
Du verrätst ihn! Du bist selber viel zu oft verraten worden, Du weißt wie weh das tut! - sagt mein Herz
Es hat keinen Zweck - sagt mein Verstand.
Aber er ist doch so lieb! - sagt mein Herz
Du hast getan, was Du konntest, und noch viel mehr - sagt Wambli
Ich hätte noch viel mehr tun können! - sagt mein Herz
Was denn. Elektroschocks und Stachelhalsband? Und wann? - sagt mein Verstand
Eben! Du bist nicht geeignet, Du bist nicht gut genug, Du kannst gar nichts! - sagt mein Herz
Ich respektiere Deine Entscheidung - sagt Tiger
Zu rigide Moral ist ungesund - sagt der Psychologe
Noch ein bißchen Cortison? - sagt der Orthopäde
Ich hab ihm ein gutes Zeugnis geschrieben - sagt mein Verstand
Als ob das was helfen wird - sagt mein Gefühl
Du verrätst ihn!! - sagt mein Gefühl
Hatten wir schon - sagt mein Verstand
Ja und? - sagt mein Gefühl
JA VERDAMMT JA ABER ICH KANN NICHT ANDERS!!! - ruft wer auch immer
Natürlich kannst Du anders. Pacta sunt servanda. Ob Du dabei draufgehst oder nicht ist dabei nicht so wichtig - sagt mein Pflichtgefühl
Zu rigide Moral ist ungesund - sagt der Psychologe
Aber dann hätte ich wenigstens Ruhe - sagt die Verzweiflung
Feigling! Drückeberger! Du hast auch noch andere Verpflichtungen! - sagt mein Pflichtgefühl
Ich mach ein Ritual - sagt Wambli
Mach ruhig - sagen mein Verstand und mein Gefühl.


Und ich, wer immer das auch sei, muß übermorgen 600km abreißen und ihn auf diesem Weg irgendwo an einem sicherlich guten Platz lassen. Die werden sich gut um ihn kümmern, die sind freundlich und kompetent, man kann nur hoffen, daß sich jemand findet, der mehr Glück hat als ich.Bloß mit der Hoffnung habe ich gerade ein Problem. Kein Wunder, ich bin nicht mehr in der Kirche....


In Deinem Alter sollte man sich nicht mehr so belasten - sagt mein Klempner


Nachtrag März 2010: Er hat jetzt einen Job als Zuchtrüde und fühlt sich da dem Vernehmen nach recht wohl. Immerhin. Mein Rücken ist wieder in Ordnung, das Knie noch nicht, ein Ellbogen ja, der Andere noch nicht, und die Psychotherapie ist erfolgreich abgeschlossen - Also eigentlich die Situation wie vorher. Die soziale Gruppe hier, ein Mensch, ein Hund, zwei Katzen funktioniert hervorragend. Ich hätte aus bestimmten Gründen gerne noch einen Rüden. Aber ich wage es nicht.

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Hauptbahnhof Hagen22.10.2007

Kürzlich schickte man mich auf eine Dienstreise.

 

Mit der Bahn. Umsteigen in Hagen Hauptbahnhof. Nun ist es ja nicht so, daß im schon bald von der Bahn abgehängten Hinterland die Züge alle 5 Minuten fahren. Also ein halbe Stunde Aufenthalt. Und wohin? Es gibt offenbar keinen Wartesaal. Auf meine Nachfrage bei der durchaus freundlichen Beamtin (wohl eher Angestellten mit unsicherer Zukunft) am Auskunftstisch (jaja, heißt heute Servicepoint, aber hat einer von denen mir schonmal den Koffer getragen? DAS wäre Service. Aber man ist ja schon dankbar, wenn man überhaupt eine Auskunft bekommt) ergab, da gäbe es wohl noch so einen Schutzraum auf Gleis 7, die Kollegen würden mir den vielleicht aufschließen.

 

Mal abgesehen davon, daß da garantiert gerade kein Kollege greifbar ist, ärgert es mich, daß es keine Wartesäle mehr gibt. Neue Bahnhöfe sind voller überteuerter genormter Freßbuden, da kann man auch sitzen, aber muß dann natürlich auch etwas kaufen. Sitzplätze gibt es womöglich eine Handvoll. Äußerst unbequem und spartanisch, damit sich da bloß kein Penner niederläßt. Früher waren Bahnhöfe auch Plätze für Gestrandete und Sehnsüchtige, das gab Atmosphäre und machte einen Teil der Faszination Bahn aus. Die Bahnpolizei hat die Penner ab und zu verdroschen, aber auch Verhauen ist irgendwie drum kümmern. Und es gab ja auch noch die Bahnhofsmission. Und Armenspeisungen.

 

Heute hat man die Armen wegdesinfiziert, die Atmosphäre gleich mit, und man zeigt unverhohlen, daß man als Konzern auf Menschlichkeit und die soziale Verantwortung, die jedes Mitglied dieser Gesellschaft haben sollte, und je mächtiger je mehr, pfeift.

 

Symptome: Karten sind teuer. Regionalverkehr ist bald abgeschafft. Die Hausordnung der Bahnhöfe ist eine arrogante Frechheit. Und es gibt keine Wartesäle mehr. Nicht mal für Inhaber einer gültigen Fahrkarte. Ach nein, heißt ja jetzt Ticket. Auch wiedermal den Amis nachgeeifert, bloß die haben unter Anderem ihre Familienideologie als Fallback (ätsch, ich kann's auch...)

Wir nicht. Ganz anderes System.

 

Und nochwas: Bei den Amis wird ein Reicher bewundert, weil Gott muß es ja gut mit ihm gemeint haben. Bei uns wird er eher für einen geschickten verantwortungslosen Verbrecher gehalten.

 

Ach ja, nochmal zum trostlosen Haupbahnhof Hagen: Man kann da zwar nicht umsonst, aber für 50 Cent recht bequem sitzen. Und zwar auf dem Klo im Container vor der Tür. Nur benutzen sollte man es nicht, das Klopapier reißt auch nach 8-facher Faltung.

 

 

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Ein Vogel1.9.2007
Mein Kater bringt von draußen eine Beute herein, einen Vogel - und er lebt noch. Stolz, wie er ist, bewundere und lobe ich ihn ausgiebig. Er ist ein Kater, Katzen und Hund sind Raubtiere, wenn ich mein Herz an sie hänge, muß ich diese Seite ihres Wesens akzeptieren - wenn ich mich in ihn hineindenke, kann ich es sogar verstehen und nachvollziehen - das Gefühl, sich anzuschleichen, zu lauern, den Geist angespannt bis ins Letzte, die Muskeln locker, dann die Explosion, alle Energie in die Muskeln, die Pfoten spüren, die Krallen halten fest, dann ein entspannendes Spielen, und jetzt nicht kaputtmachen, mein Mensch soll sehen, was ich für ein toller Kater bin, und außerdem muß er ja auch mal lernen, wie man einen Vogel fängt. Also ins Haus, mit viel Miau ins Wohnzimmer, und endlich interessiert er sich mal für etwas, er hält mich zurück und nimmt den Vogel selber. Vielleicht wird ja doch noch was aus ihm. Sonst ist er ja ganz nett, auch wenn er mich in regelmäßigen Abständen packt und mir zischendes Zeug ins Nackenfell spritzt, aber im Jagen ist er eine totale Niete...  Und auch jetzt frißt er den Vogel nicht, hält ihn nur in der Hand und sieht ihn an - egal, nicht mein Problem, mal sehen, ob da nicht eine Maus zu holen ist.

Ich nehme dem Kater den Vogel weg. Setze ihn in meine Handfläche. Er sitzt ruhig da. Atmet schnell und mühsam. Seine Lunge läuft voll. Zu machen ist da eh nix, bis ich beim Tierarzt bin, ist er längst tot und bei der Hektik, die dabei aufkommt, hätte ich ihn dem Kater auch gleich lassen können. Also halte ich ihn ganz still in der Hand, hülle ihn in Wärme und Liebe, begleite seine Seele auf dem Weg aus dem Körper, versuche, seine Angst in Liebe zu hüllen und sehe ihm beim Sterben zu. Es dauert nicht lange. Der Atem wird angestrengter, er hebt den Kopf, stützt den Schnabel auf meinem Finger ab, die Lungen ist voll und läuft über, er schluckt ein paar Mal das Blut hinunter, sein Kopf sinkt auf meine Hand, der Atem setzt aus. Ein Leben ist beendet. Seine Seele löst sich und zieht weiter. Ich hoffe, ich habe ihm das Sterben erleichtert, aber der Augenblick ist vorbei, so wichtig ist das nicht mehr.

Den Körper lege ich draußen auf einen Baum, soll ihn der Kater fressen, er hat ihn ja auch gefangen.

Katzen fangen und fressen seit ewigen Zeiten Mäuse und Vögel.

Vögel fressen Würmer und Spinnen.

So ist die Natur organisiert.

Wer bin ich, daß ich werte? 

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Zetapride 311.6.2007


Vom 6.-10-Juni 2007

 

Seidige Luft

Wärme

Freundliche Menschen

Freundliche Hunde

Der Geruch von Nadelbäumen

ein weicher, federnder Boden,

lassen viele körperliche Probleme in den Hintergrund treten.

 

 

Man fragt mich

Ich antworte

Ich fühle mich wohl

 

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sich kümmern14.12.2006

Eigentlich hätte ich ja gerne, daß man sich um mich kümmert. Unpraktischerweise sind meine Großeltern lange tot, die haben sich gekümmert, ansonsten wird es keiner tun. Wobei ich zugeben muß, ich bin ganz gerne im Krankenhaus. Mal für nichts verantwortlich zu sein, mal loslassen und entspannen. Ich war allerdings schon lange nicht mehr da. Der Staat kümmert sich schon lange nicht mehr, wer in den öffentlichen Dienst gegangen ist, um ein zwar nicht komfortables aber wenigstens verläßliches Arbeitsumfeld zu haben, der kann sich diese Vorstellung mittlerweile von der Backe putzen. Geborgenheit auf allen Ebenen: Fehlanzeige.

 

Also kümmere ich mich um meine Tiere, ist zwar nicht ganz das Gleiche, weil ich da ja führen und den Überblick über die Situation behalten muß, aber wir leben ja nun einmal in einer Menschenwelt, nicht in einer Hunde- Katzen- oder Pferdewelt. Geht nicht anders. Ich versuche, die Interessen möglichst so bedienen, daß alle damit leben können.

 

Mal nicht führen zu müssen, sich fallen lassen und alles abgeben - vielleicht am Ende meines Lebens, den ich mir als kurzen Moment als Beute eine Großkatze erträume - nur muß ich da erstmal hinkommen, wo Tiger noch ungestraft Menschen fressen dürfen, Grenze Indien/Pakistan - also vermutlich werde ich ganz normal im Bett sterben.

 

Sehnsuchtsvoll.

 

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Die Tante und die Wildsau10.8.2006

1982 im Hochsommer

 

Da gibt es eine Tante in München, und ich habe einen Ausbildungsplatz in München ergattert. Muß mir jetzt eine Wohnung suchen, was zu dieser Zeit nicht gerade einfach ist. Also mich bei der Tante eingeladen, komme an einem Montag an, und das Erste, was ich höre, ist "Bis Freitag mußt Du wieder weg sein". Toll. Ich sehe schon meinen Ausbildungsplatz flöten gehen, weil ich keine Bleibe habe, und natürlich auch keine Unterstützung, zu meinen Eltern gehe ich nicht mehr, da bettle ich auch nicht mehr, und Urlaub von der Bundeswehr, bei der ich noch bin, habe ich auch nur begrenzt zum Wohnungssuchen.

 

Ich versuche mir nichts anmerken zu lassen, die aufkeimende Panik irgendwohin zu kanalisieren, es gelingt mir auch halbwegs.

 

Am nächsten oder übernächsten Tag. Ich komme nach einem brüllendheißen Tag völlig fertig wieder in die Wohnung, liege im Unterzeug auf meinem Lager und versuche irgendwie abzutrocknen. Die Tante kommt nach Hause. "Hast Du nicht Lust zum Fahrradfahren?" Nein, das Letzte, was ich jetzt will, ist Fahrradfahren!!! Und sie bohrt und quengelt weiter. (Unangenehm und taktlos sein kann sie nämlich gut. Auf meiner Konfirmation hat sie sich auf die Seitenlehne von meinem Sessel gesetzt, mich dabei mit ihrer Körpermasse in selbigem festgeklemmt, und dann vor allen Leuten gesagt: "Du bist doch nicht zufrieden mit Deinen Geschenken, sag ... oder.. merke ich doch..." Soll ich jetzt vor allen Leuten zugeben, daß dem auch so ist, weil ich nichts bekommen hatte, womit ich bei den anderen Kindern mithalten konnte? Selbst heute würde mich das Überwindung kosten, und da war ich 14... !!) Fahrradfahrenfahrradfahrenfahrradfahren...  Natürlich halte ich das nicht durch und stimme zu. "Ach schön, dann kannst Du ja gleich die Abstandshalter anbauen, die Räder aufpumpen, und hier und da ist nochwas kaputt..." Na herrlich. Ich glaube, aufgepumpt habe ich die noch, für die Abstandhalter fehlte irgendwie Werkzeug - jedenfalls wir dann los, durch irgendsoein Wildgehege mit Wildscheinen. Einen gaaanz langen mäßig steilen Weg hoch. Ich war damals 21, unsportlich und nicht mehr dünn, aber sie war Mitte 30 und fett.

Und ich habe sie gnadenlos abgehängt.

Und es hat mir so richtig gutgetan.

 

Dann war da irgendsoein Biergarten, und ich dachte, die lädt mich jetzt wenigstens ein, aber nein, sie verlangte, daß ICH SIE einlud. Ich als Wehrpflichtiger und sie noch verheiratet mit einem, der auch nicht schlecht verdiente und selber gearbeitet hat sie auch noch. SPINNT DIE?!!! Am Ende hat sie wohl doch zumindest ihr Getränk bezahlt, ich habe über einen Makler auf die Schnelle ein Zimmer zur Untermiete gefunden (auch eine erzählenswerte Geschichte) und gemacht, daß ich da verschwinde. Danach gab es auch keinen Kontakt mehr, es ist immerhin 25 Jahre her.

Ist auch gut so.

 

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Pferdeflash10.8.2006

Einst hatte ich eine Reitbeteiligung an einer Stute. Sie war eine meiner größeren Lieben und ich habe sie hinterher schmählich im Stich gelassen, nachdem ich geheiratet habe. Andere Geschichte, aber auch erzählenswert. Von Schuld und keine Sühne. Außer seitdem ein schlechtes Gewissen, für das mich jeder Normalmensch für verrückt erklären würde.


 

Aber es ist ja auch nicht jeder ein Zoo.


 

Egal. Wir auf unserer Runde, ich hatte vor einiger Zeit erfahren, wie alt sie wirklich mindestens war, mindestens 25, also schon ziemlich alt. Es war warm und sehr feucht, hatte gerade geregnet, die feuchtigkeitsgesättigte Luft war fast schon trotz der Wärme im Wald neblig, wir gingen im Schritt auf einem weichen Polster aus Tannennadeln, es war ein Gefühl wie in Watte zu schweben. Meine Gedanken waren fast verstummt. Auf allem lag ein dünner Feuchtigkeitsfilm, auch auf Flickas Hals, und in diesem Moment brach ein Sonnenstrahl durch das Blätterdach und das Fell auf ihrem Hals leuchtete auf wie flüssiger Honig.


Darauf war ich gerade nicht gefaßt.


 

Eine Welle der Bewunderung von so viel Schönheit schwemmte meine Contenance hinweg, ich verlor mich in der Situation und fragte sie im Stillen "Wie warst Du bloß erst, als Du jung warst."


In diesem Moment galoppiere ICH im warmen Abendsonnenschein über eine Weide, spüre die Wärme auf meinem Körper, der sich ganz anders anfühlt als mein menschlicher Körper, verspüre Kraft und eine Lebensfreude, die ich so weder vorher noch danach jemals erlebt habe und mir auch nie hätte vorstellen können, und schlage mit MEINEN Hinterhufen Löcher in die Luft vor überschäumender Lebenslust.


Über allem lag trotzdem ein Hauch von Bitterkeit und Vorwurf, das hat sie mir aber nicht näher erklärt.


Und ich? Ich war dankbar. Ich war haltlos verliebt. Sie war eine Stute. Ich war ein Mensch. Ich entschloß mich, in der menschlichen Gesellschaft zu leben. Zum Sonderweg reichte meine Kraft nicht. Damals. Habe mich konsequenterweise in eine Beziehung gezwungen. Erfolgreich. Habe die Reitbeteiligung aufgegeben, weil keine Zeit, kein Geld jetzt mit Familie, Frau und Stieftochter verlangten auch Zeit - - sicher, alles gute Gründe. Alles erwachsen aus Schwäche, in letzter Konsequenz aus der andauernden Verzweiflung meiner jungen Jahre.

 

Später habe ich erfahren, sie wurde geschlachtet.

 

Ich kann mein Verhalten begründen. Ich kann es auch verstehen.


Verzeihen kann ich es nicht.

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Von Spinnen und Schuld10.8.2006

1965
Als Kind bis so vielleicht 5 Jahre hatte ich vor Spinnen keine Angst. Ich weiß nicht, was dann passiert ist, aber mit ca. 10 Jahren hatte ich panische Angst.

 

1970
Das ging so weit, daß ich einige Tage im Auto schlief, weil im Ferienhaus in Frankreich, ich schlief da separat in einer mit Holz verkleideten Wellblechhütte, eine Spinne in der Kehle zwischen Decke und Wand entlanglief. Und zwischen der Verkleidung und der Außenwand waren Hunderte. Zum Glück ließ man mich. Man hätte mich auch zwingen können, weiter dort zu schlafen.

 

1975
Später, ich war vielleicht 15, hatte ich ein Zimmer im Keller. Mit Luftschacht und - Spinne.
Sie saß zwischen der dicken Leutchtstoffröhre und der Ecke an der Decke. Direkt über meinem Kopf, wenn ich im Bett lag. Ich hatte sogar Angst, mich zu nähern, um sie totzuschlagen. Also ließ ich sie in Ruhe, wenn sie mich in Ruhe ließ. Tat sie auch, wurde über die Monate ziemlich dick und irgendwann saugte ich sie in den Staubsauger. Eigentlich hatte ich ja gewonnen, aber ich fühlte mich schlecht dabei.

 

1975
Eine andere, in dem gleichen Kellerzimmer, lief quer über den Teppich. Ich wollte einerseits, daß sie verschwindet, hatte andereseits den Impuls sie totzuhauen, und auch noch Angst. Also schlug ich mit der Sandale daneben. Die Spinne war sich auch nicht sicher, wie das gemeint war. Sie verkroch sich zwischen Teppich und Wand, so daß nur noch die Enden der Beine zu sehen waren. Ich schlug weiter daneben auf den Teppich, wollte eigentlich sie nicht verletzen, nur daß sie ging. Sie lief dann aus dem Zimmer und quer über den Beton des Flures, wobei sie einen Haufen Lärm für so ein kleines Insekt machte um mich zu beeindrucken. Ich war auch beeindruckt, habe das wohl verstanden, und schlug sie trotzdem tot.

Und wußte in dem Moment, daß das falsch war.


Mittlerweile stehe ich Spinnen eher neutral gegenüber, und trotzdem mache ich mich immer wieder schuldig.

 

2004
Eine der Spinnen in meinem Haus, von der Sorte, die ihre Eier in einem Ball in ihren Kiefern mit sich herumtragen, klebte ihre gerade geschlüpften Jungen in einem Gespinst unter die Decke. Ich wollte keine Dutzende von Spinnen herumlaufen haben, bei allem Waffenstillstand, und versuchte, das Zeug einschließlich Jungspinnen von der Decke zu entfernen. Es funktionierte nicht und die meisten Jungspinnen gingen dabei drauf. Die Mutter war außer sich, hatte diesen Angriff nicht von mir erwartet, war überrascht, traurig, etwas vorwurfsvoll, verstand die Welt nicht mehr.

 

2005
Eine große Spinne, eine von denen mit den langen, dünnen Beinen, saß im Topfschrank. Mittlerweile benutze ich die Methode mit dem Glas und dem Papier. Das Glas war zu klein und die Spinne hatte plötzlich auf jeder Seite nur noch 2 Beine. Sie schwankte auf ihnen herum, war fassungslos, vorwurfsvoll

 

"Sieh Dir an, was Du aus mir gemacht hast!"

 

Ich sah es, das war keine Absicht gewesen, es ist einfach passiert, aber ich bin nicht christlich genug, um an Vergebung zu glauben.

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Berufstätig und Hund.28.2.2006

Versuche mal einer, einen Hund aus dem Tierheim zu bekommen, wenn er berufstätig ist. Ich habe extra meine Arbeitszeit reduziert, bin nach 8 Stunden wieder da (zwei Stunden Fahrtzeit, 6 Stunden Arbeit), wofür habe ich das eigentlich gemacht, ich habe mir schon bei zwei Tierheimen eine Abfuhr geholt. Dabei sollte man doch denken, die wollen ihre Tiere gut unterbringen. Die treiben die Leute doch irgendwelchen dubiosen Tiervermehrern in die Fänge. Und gegen Leute wie meinen Nachbarn, der meint, Hund im Zwinger ohne Kontakt zur Familie wäre normal und gut, machen die gar nichts. Ich auch nicht, er erfüllt mit Ach und Krach die Bedingungen der Tierschutz-Hundeverordnung, bis auf den Sozialkontakt. Und gegen den Mann massiv zu werden hat keinen Zweck, der ist ein Muskelmensch und meiner Ansicht nach zu allem fähig. Vernünftig reden kann man mit dem nicht. Wenn er nüchtern ist, ist er nicht greifbar, wenn er besoffen ist, redet er nur Mist und zuhören kann er sowieso nicht. Und anzeigen hätte keinen Wert, ich muß hier schließlich wohnen und bringen tut's eh nichts. Und ich bekomme keinen Hund, es sei denn, ich kaufe einen bei einem kommerziellen Geschäftemacher. Aber darauf wird es wohl hinauslaufen.

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